Mängelmelder-Software im Vergleich
FixMyStreet, Klarschiff und Mark-a-Spot: drei Open-Source-Lösungen für Kommunen, nebeneinander.
Wer einen Mängelmelder einführt, hat bei Open Source eine echte Auswahl. Alle drei Lösungen sind offen lizenziert, werden gepflegt und sprechen Open311. Unterschiede gibt es bei Technik, KI und Betrieb. Dieser Vergleich nennt die Fakten mit Quelle und räumt mit fünf Annahmen auf, die Open Source in Verwaltungen oft im Weg stehen.
FixMyStreet, Klarschiff und Mark-a-Spot
Alle drei sind gute Open-Source-Optionen. So unterscheiden sie sich.
Herkunft
- Mark-a-Spot
- Civic Patches GmbH, Deutschland
- FixMyStreet
- mySociety, Großbritannien
- Klarschiff
- Hanse- und Universitätsstadt Rostock, entwickelt vom Büro für praktische Informatik (BFPI), Satow
Lizenz
- Mark-a-Spot
- Backend GPL-2.0 oder später, Bürger-Frontend MIT. Das Verwaltungs-Dashboard (Pro) ist kommerziell.
- FixMyStreet
- AGPL-3.0 oder später
- Klarschiff
- Backoffice GPL-3.0, mobiler Client GPL-2.0
Technik
- Mark-a-Spot
- Drupal 11 und Nuxt 4
- FixMyStreet
- Perl (Catalyst)
- Klarschiff
- Ruby (Backoffice)
Schnittstelle
- Mark-a-Spot
- Open311 GeoReport v2, lesend und schreibend, mit Erweiterungen
- FixMyStreet
- Open311 GeoReport v2
- Klarschiff
- CitySDK-API auf Basis von Open311 GeoReport v2
KI
- Mark-a-Spot
- Kategorie- und Textvorschlag aus dem Foto, Gefahreneinschätzung, Stimmung, Dublettenprüfung und Unterstützung der Sachbearbeitung. DSGVO-konform: Gesichter und Kennzeichen werden vor der KI unkenntlich gemacht. Anbieter frei wählbar, abschaltbar.
- FixMyStreet
- Keine KI-Funktionen im offenen Quellcode dokumentiert
- Klarschiff
- Keine KI-Funktionen im offenen Quellcode dokumentiert
Betrieb
- Mark-a-Spot
- Cloud mit Hosting in Deutschland oder selbst betreiben (Docker oder Kubernetes)
- FixMyStreet
- Selbst betreiben oder FixMyStreet Pro als SaaS (SocietyWorks)
- Klarschiff
- Selbst betreiben, Installationsanleitung im Repository
| Kriterium | FixMyStreet | Klarschiff | Mark-a-Spot |
|---|---|---|---|
| Herkunft | mySociety, Großbritannien | Hanse- und Universitätsstadt Rostock, entwickelt vom Büro für praktische Informatik (BFPI), Satow | Civic Patches GmbH, Deutschland |
| Lizenz | AGPL-3.0 oder später | Backoffice GPL-3.0, mobiler Client GPL-2.0 | Backend GPL-2.0 oder später, Bürger-Frontend MIT. Das Verwaltungs-Dashboard (Pro) ist kommerziell. |
| Technik | Perl (Catalyst) | Ruby (Backoffice) | Drupal 11 und Nuxt 4 |
| Schnittstelle | Open311 GeoReport v2 | CitySDK-API auf Basis von Open311 GeoReport v2 | Open311 GeoReport v2, lesend und schreibend, mit Erweiterungen |
| KI | Keine KI-Funktionen im offenen Quellcode dokumentiert | Keine KI-Funktionen im offenen Quellcode dokumentiert | Kategorie- und Textvorschlag aus dem Foto, Gefahreneinschätzung, Stimmung, Dublettenprüfung und Unterstützung der Sachbearbeitung. DSGVO-konform: Gesichter und Kennzeichen werden vor der KI unkenntlich gemacht. Anbieter frei wählbar, abschaltbar. |
| Betrieb | Selbst betreiben oder FixMyStreet Pro als SaaS (SocietyWorks) | Selbst betreiben, Installationsanleitung im Repository | Cloud mit Hosting in Deutschland oder selbst betreiben (Docker oder Kubernetes) |
Stand: Oktober 2026. Die Angaben stammen aus den öffentlichen Repositories und Projektseiten (Lizenzdatei, README, Code, Produktseite): FixMyStreet, FixMyStreet Pro, Klarschiff Backoffice, Klarschiff Client, Klarschiff.HRO, Mark-a-Spot, Mark-a-Spot UI. Pro bezeichnet das Verwaltungs-Dashboard von Mark-a-Spot. Die Funktionen dahinter (Weiterleitung, Statistik, KI) sind über die GPL-Module und Open311 offen. Ist eine Angabe überholt? Schreiben Sie uns an info@markaspot.org.
So sieht es aus
Meldung, Karte und Sachbearbeitung in drei Bildern.
Unabhängig untersucht
Lukas Haas und Florian Knoch haben FixMyStreet, Mark-a-Spot und Klarschiff 2022 im AGIT Journal für Angewandte Geoinformatik verglichen. Im Mittelpunkt standen Benutzerfreundlichkeit, Flexibilität und Installation. Mark-a-Spot fiel dort durch seine Benutzerfreundlichkeit und die flexible Konfiguration im Administrationsbereich auf. Die Autoren betonen zugleich: Welche Lösung passt, hängt von den Anforderungen der jeweiligen Verwaltung ab.
Was Bürgerinnen und Bürger bekommen
Eine aktuelle Oberfläche, die auf dem Smartphone genauso funktioniert wie am Rechner.
18 Sprachfassungen
Darunter Leichte Sprache und Arabisch mit Schreibrichtung von rechts nach links. Bürgerinnen und Bürger wählen ihre Sprache selbst.
Web-App ohne App-Store
Läuft im Browser jedes Smartphones und lässt sich wie eine App auf den Startbildschirm legen. Nichts zu installieren, nichts freizugeben.
Foto genügt
Die KI schlägt aus dem Foto Kategorie und Beschreibung vor. Beides bleibt änderbar, bevor die Meldung abgeschickt wird.
Datenschutz vor der KI
Ein selbst betriebener Dienst macht Gesichter und Kennzeichen unkenntlich, bevor die KI das Foto analysiert.
Krisenmodus
Per Knopfdruck auf eine reduzierte Oberfläche für Schadenslagen umschalten. Meldungen stehen zusätzlich als CAP-1.2-Feed bereit.
Offene Schnittstelle
Jede Kategorie ist ein Open311-Service. Fachverfahren und andere Apps lesen und schreiben über denselben Standard.
Fünf Annahmen über Open Source
Diese Einwände hören wir in Verwaltungen am häufigsten. Was davon stimmt.
„Open Source heißt, wir müssen selbst hosten.“
Nein. Mark-a-Spot gibt es als Cloud-Betrieb mit Vertrag und Hosting in Deutschland. Selbst betreiben ist eine Option, keine Pflicht.
„Open Source ist unsicher.“
Offener Code lässt sich prüfen, von Ihrer IT, von Dienstleistern, von jedem. Ob eine Software sicher ist, entscheiden regelmäßige Updates, ein gepflegter Betrieb und klare Zuständigkeiten. Das gilt für offene wie für geschlossene Software.
„Für Open Source gibt es keinen Support.“
Support kauft man beim Dienstleister, wie bei jeder anderen Software auch. Bei Mark-a-Spot ist das die Civic Patches GmbH, mit Vertrag und festen Ansprechpartnern.
„Open Source kostet nichts.“
Die Lizenz kostet nichts. Betrieb, Anpassung und Betreuung kosten Geld. Der Unterschied: Sie bezahlen für Leistung, nicht für das Recht, die Software zu nutzen.
„Bei einem kleinen Anbieter hängen wir fest.“
Im Gegenteil. Sie behalten den Code und Ihre Daten, die Open311-Schnittstelle ist ein offener Standard. Sie können den Dienstleister wechseln oder selbst weiterbetreiben. Bei proprietärer Software hängt ein Wechsel vom Vertrag ab, selbst weiterbetreiben geht dort nicht.
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